Achtung: Satire
Natürlich wird niemand auf die Idee kommen, die CSU verbieten zu wollen. Wenngleich die letzte Wahlrechtsreform schon darauf hinauslief, die nur in einem Bundesland kandidierende „Bayernpartei“ so zurechzustutzen, dass sie bundesweit massiv an Einfluss verliert. Das war ein großer Fehler der alten Koalition. Das hat Gegenreaktionen provoziert und die Reihen der Zerstrittenen in Bayern geschlossen. Ich habe nie verstanden, dass auch die FDP das mitgemacht hat. Die Rache folgte auf dem Fuß.
Und überhaupt:
Wir brauchen diese im wahrsten Sinne des Wortes komische bayerische Regionalpartei. Sonst wäre das sauertöpfisch-sauerländische Politik-Gehabe im tristen Berlin wirklich kaum zu ertragen.
Die CSU steht halt sehr oft für billige Kirmesplatz-Unterhaltung: Aschermittwochs-Polit-Sauf- und-Rauf-Treffen, Schneeklausur der Yetis in Seeon, Wildbad-Kreuther-Geist, Dicke-Hosen-Männer, Abschiebe-Gaukler, Strauß-Millionen, Amigo-Affären, Kohl-Catcher, Fallensteller, Maut-Banditen, Masken-Gangsterinnen und -Gangster… – mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung war das ja oft nicht zu vereinbaren. Da wird getandlert, gescheuert, abgestoibert, hohlgemeiert, gehaust und gestraußt.
Das ist Entertainment pur. So wie Robby Williams das angekündigt hat: „Let me entertain you“.
Verfassungsfeindliche Bestrebungen wird man der CSU deshalb nicht unterstellen. Man kann das ja oft nicht ernst nehmen. Keilerei gehört zum Geschäft der bayerischen Raufburschen.
Das Ärgerliche für uns Bürger ist halt, dass viele der CSU-Schnaps- und Bier-Ideen tatsächlich in teure Regierungsprogramme eingeflossen sind und die Republik Milliarden gekostet haben. Ich sage nur Scheuer, Dobrindt und die Maut, Tandler, Sauter, Nüßlein und die Maskendeals oder das Aus vom Aus vom Aus vom Verbrenner-Aus, das der Autoindustrie mitnichten helfen wird. Von Seehofer, Stoibers Transrapid und den Gaunerstücken und Verfassungsbrüchen von FJS war noch gar nicht die Rede.
Nun schreibt der SPIEGEL allerdings:
„Ist die CSU etwa seriös geworden? Vom politischen Quälgeist zum Stabilitätsanker der Regierung – so inszenieren sich Markus Söder und seine Partei seit Neuestem.“
Ja der Söder. Der hat doch immer ein As im Ärmel.
Aber wenn man hinter die Kulissen blickt, erkennt man doch wieder das alte Großmaul-, Trickser- und Täuscher-Gehabe der CSU-Granden. Ablenkungsmanöver statt seriöser Politik…
Ohne die mickrige CSU-Mütterrenten-Erhöhung, die Milliarden kostet, hätte die Wirtschaft längst entlastet werden können. Und wäre die CSU vernünftigerweise auf Habecks Strompreis-Senkungs-Initiative eingegangen, statt auf die Grünen die wild einzuprügeln, wäre der „Turnaround“ der deutschen Wirtschaft vielleicht schon da. Vom versprochenen Abschiebe-Aktivismus Dobrindts ist auch nicht viel geblieben. Es geht in der Realität halt nicht immer so wie im Festzelt.
Alles wie immer in Bayern.
Politik als eine andere Art von Brot-und-Spiele-Karneval: Alleh hopp und Pfü Gott. Wenn ihr ihn seht. Aber so ganz christlich seid ihr ja schon lange nicht mehr. Und sozial auch nicht. Aber das ist eine andere Predigt.
Ich käme also nie auf die Idee, die CSU wegen verfassungswidriger Aktivitäten zu verbieten. Drüber reden darf man am Stammtisch schon mal, da hat man viel Stoff für drei Maß Bier.
Ja, sagen wir: wegen Verstoß gegen die Verfassung, Attacken gegen das Vereinsrecht und die Freiheit von NGO’s, Abschaffung und Einschränkung von Bürgerrechten, Verstoß gegen EU-Recht (Maut, Umwelt-Richtlinien), Angriff auf die Gleichheit vor dem Gesetz, geplanter Abschaffung von Klagerechten der Umweltverbände trotz internationaler Konventionen usw. „
„Sakra, du alter Saar-Preiß! CSU verbieten? Schleich di…!“
Ich sags ja gar nicht. Aber das muss man doch wenigstens mal denken dürfen.
Ich würd’s ja niemals tun. Siehe oben…
Armin König
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