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Stefan Maas – der CDU-Soldat, der aus der Rolle fällt

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Manchmal fallen Politiker aus der Rolle. Stefan Maas, CDU-Lokalpolitiker aus Uchtelfangen, Ortsvorsteher und Fraktionsvorsitzender im Illinger Gemeinderat, hat sich jetzt bei der Haushaltssitzung in Illingen selbst ein Bein gestellt. Wie einer aus politischer Verbohrtheit unmittelbar vor einer Bürgermeisterwahl, bei der die Karten nach 27 Jahren neu gemischt werden, den amtierenden Bürgermeister aggressiv attackieren und brüskieren kann, bleibt sein Geheimnis. Mir hat das nicht gefallen. Das war auch nicht passend. Es war meine letzte Haushaltssitzung. Wir hatten einstimmige Empfehlungen. Ich wollte fröhlich mit einem Gemeinderat feiern, der mich über fast drei Jahrzehnte begleitet hat. Es sollte ein angenehmer Abend werden. Stefan Maas hat das alles zerschossen. Danke Stefan. Für ein Dankeschön nach 27 Jahren hat es nicht gereicht. Ich nehme das zur Kenntnis. Aber schade ist es. Es war dann doch sehr billig. Manchmal kommt es eben doch auf Stil und Niveau an. Wir sind kein Hinterhof-Gemeinderat.

Da wollte einer Alfons Vogtel spielen und kann es nicht.

Was ich mich nun frage:

Wie soll ein Bürgermeister, der in seiner letzten Haushaltssitzung einen einstimmigen Haushaltsbeschluss feiern durfte, im bevorstehenden Bürgermeister-Wahlkampf offen für alle Kandidatinnen und Kandidatinnen sein, wenn er vom CDU-Politiker aggressiv beschimpft wird? Natürlich kann ich das trotzdem sein. Ich werde es auch. Das habe ich gelernt: Attacken wegzustecken.

Ich bin Profi. Deshalb werde ich auch fair agieren.

Aber natürlich habe ich Gefühle, Herz, Empfindungen. Mich hat diese Aggressivität unvermittelt getroffen. Und ich frage mich auch, ob diese aggressive Attacke geplant war. Politisch war es mindestens ungeschickt, wenn nicht dumm.

Die übrigen CDU-Mitglieder im Gemeinderat sagen: So war das nicht geplant. Das haben wir nicht gewollt. Der war nicht mehr aufzuhalten. Das akzeptiere ich.

Klug war der Ausfall nicht.

47 Jahre lang war ich Mitglied der CDU, habe ihr die Wahlerfolge beschert, die sie in Illingen brauchte. Irgendwann hat eine Clique mich bekämpft. Ich bin dann ausgetreten aus der CDU. Das hat die Gruppe, die damals schon geschürt hat, bis heute nicht verwunden.

Irgendwann muss aber doch mal Schluss sein mit kleinkarierten Kämpfen.

Was ich nicht leiden kann, sind Ungerechtigkeiten. Und Falschaussagen. Fake News hasse ich. Dass ein Politiker wie Stefan Maas in öffentlicher Sitzung die Unwahrheit sagt, gehört sich in kommunalen Gremien nicht. Deshalb habe ich mich in der Sitzung gewehrt. Es ist schade, dass sich es überhaupt tun musste. Da hat einer nicht verstanden, wie man sich in einem gewissen Rahmen bewegt. Aber man muss das nehmen, wie es ist.

Dass Maas sich über Fahrradstreifen des Landesbetriebs für Straßenbau kriminell geärgert hat, die ich mit Begeisterung begrüßt hatte, kann man ja subjektiv nachvollziehen; ich kann es zwar nicht, aber das ist subjektiv. Ein solch persönlicher Ärger kann aber doch kein Grund für eine solche taktische und politische Dummheit und Stillosigkeit sein.

Ich halte die Fahrradstreifen für richtig. Und ich brauchte für die Zustimmung keinen Gemeinderat, um die LFS-Pläne zu begrüßen.

Der CDU-Politiker Maas hat heute die Verwaltung und mich als Bürgermeister angegriffen: wegen PV-Anlagen und Fahrradstreifen. Kinkerlitzchen eigentlich.

Ein Revanche-Foul? Dann rote Karte.

Aufgeblasen zum angeblichen „Skandal“ hat er sie. Hat er jedenfalls so gesagt. Schade. Was für ein absurder Auftritt. Es war ein Tritt ans Schienbein mit Ansage. War es ein Revanche-Foul? Im Fußball gibt es dafür die rote Karte. Rote Karte für den schwarzen Mann: Stefan Maas – der CDU-Soldat, der aus der Rolle fällt.

Das hätte ich so nicht erwartet.

Fakt ist: Maas hat die Grenzen ausgelotet. Schade, das war unklug und unschön. Und, lieber Soldat: unkameradschaftlich. Es hätte ein schöner Abend werden können. Stattdessen: Aggression.

Und das alles wegen ein paar Eimern weißer Fahrradstreifenfarbe.

„Oh Herr, lass Hirn regnen“, sprach der weise Ex-Bürgermeister Werner Woll.

Amen ich sage euch:

Maas halten, Stefan.

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